Sommerschlafsack

Es ist ein traumhaftes Erlebnis, eine ruhige, mückenfreie Sommernacht in einem bequemen, weichen Sommerschlafsack im Freien zu verbringen. Bedacht von einem wolkenlosen, nur von Sternen beleuchteten, blauschwarzen Himmel.

Klein aber „oho“

Der Sommerschlafsack ist für Sie eine absolute Bereicherung der Ausrüstung als Wanderer oder Berggeher. Klein und handlich zusammengelegt, findet er noch einen Platz in Ihrem Wanderrucksack und gibt Ihnen zugleich ein Stück Freiheit zurück. Nichts zwingt Sie zur Umkehr, wenn Sie gerade Interessantes beobachten. Ist es Ihnen auch schon passiert, dass Sie viel zu lange auf dem Gipfel verweilten, die Zeit vergaßen und es bereits dunkelte, als Sie sich auf den Rückweg machten?

Das Bett im Rucksack

Wenn´s denn sein soll, ein „Dach“ über den Kopf findet man in der freien Natur immer und sei es nur einen Überhang im Fels oder einen alten Heustadel. Eine Isomatte auf den Boden ausbreiten, den Sommerschlafsack darauf legen, fertig ist der Schlafplatz und Morpheus wartet mit weit ausgebreiteten Armen auf Sie, den müden Wanderer.
Sollten Sie aber von Hütte zu Hütte wandern, dann ist ein Sommerschlafsack genau so richtig. Im Prinzip haben Sie Ihr eigenes Bett dabei, wenn Sie diesen auf Ihrem Schlafplatz ausbreiten. Auch im Fall einer Überbelegung der Hütte, auch das ist schon passiert, reicht eine Bank oder zwei zusammen geschobene Tische und mit dem Sommerschlafsack ist eine gute Nacht ist gesichert.

Geringe Ausmaße – große Vorteile

Es ist schon Vorteil genug, sein „eigenes, geruhsames Bett“ dabei zu haben – aber so ein Sommerschlafsack bringt neben seinem geringen Gewicht und dem kleinen Packmaß noch weitere Vorteile. Das Außengewebe ist in aller Regel wasserabweisend und das Innengewebe atmungsaktiv. Die Füllung ist wärmeisolierend, feuchtigkeitsregulierend und natürlich als Unterlage angenehm weich. Große Reißverschlüsse ermöglichen einen leichten Einstieg und mit ihrer Hilfe lässt sich bei Bedarf auch die Innentemperatur regeln. Bei Sommerschlafsäcken der gehobenen Preisklasse besteht die Füllung aus Daunen. Diese isolieren besonders gut und sind besonders leicht und handlich, bringen bei guter Pflege den besonderen Komfort.

Den Richtigen wählen

Das Angebot an Sommerschlafsäcken ist umfassend und individuell gestaltet. Sommerschlafsäcke gibt es angepasst für fast alle geografisch klimatischen Bereiche. Für das regenfeuchte Schottland, für das kühle Nordnorwegen mit seinen sommerlichen Kälteeinbrüchen genauso wie für das mediterrane Italien. Ob zum Wandern in den Mittelgebirgen oder zum Bergwandern in den Alpen, Sommerschlafsäcke erfüllen auch hier ihren Zweck. Das Preisgefüge ist tief gestaffelt, so dass man das Preis/Leistungsverhältnis gut durchschauen kann.
Um unnötige Kosten auszuschließen, muss klar sein, wo und wann eventuell auch wie der Sommerschlafsack eingesetzt werden soll. Ein Schlafsack, der nur im Zelt oder unter einer Plane eingesetzt wird, muss nicht wasserdicht sein und ein Rucksack der weder in den Nordländern oder gar im Hochgebirge eingesetzt wird, muss keine extremen Minustemperaturen abwehren.

Der Rahmen ist abgesteckt

Sie wissen, was Sie wollen. Kennen Ihre Ansprüche, die Sie an den neuen Sommerschlafsack stellen. Haben eine Vorauswahl, eine Vorentscheidung getroffen. Jetzt heißt es, den richtigen in der Auswahl zu finden und alle Vorarbeit durch einen Kauf zu realisieren.

Entscheidungshilfen

 

Das Packmaß

Im zusammengerollten oder -gelegten Zustand sollte er sich möglichst klein machen, denn das Platzangebot im Wanderrucksack ist beschränkt. Schlafsäcke aus Nylon mit Kunstfasern als Isolierung haben Maße zwischen etwa 17 cm x 36 cm und etwa 25 cm x 40 cm. Die Daunenschlafsäcke benötigen meist etwas mehr Platz, ihre Maße sind zwischen 45 cm x 30 cm und 50 cm x 26 cm, auch hier sind es ca.-Maße. Die Form und die Größe beeinflussen das Packmaß. Hat man sie zum ersten Mal ausgepackt und ausgebreitet, hat man meist Mühe sie wieder in die Hülle zu bekommen.

 

Gewicht

Auch hier beeinflussen die Größe und der Füllstoff primär das Gewicht, Schlafsäcke mit
Füllungen aus Kunstfasern haben etwa ein Gewicht zwischen 1650 Gramm und 1850 Gramm. Die mit Daunen gefüllten bringen ein Gewicht von etwa 1200 Gramm und 1500 Gramm. Zur längeren Haltbarkeit benötigen sie tägliches, ausgiebiges Lüften und Aufschütteln.

 

Außenmaterial und Innenfutter

Das Außengewebe besteht fast ausschließlich aus Nylon. Diese Faser ist sehr haltbar und sehr variabel zu verweben. Daher haben unterschiedliche Außenmaterialien eine sehr unterschiedliche Oberfläche und Struktur.

 

Füllung

Die teure der Wärme isolierenden Füllungen ist die Daune, bei gleichem Volumen ist sie wesentlich leichter und auf Grund ihres fein verteilten Luftpolsters etwas besser isolierend. Dafür bedarf sie täglicher Pflege.
Polyesterfüllungen sind etwas preiswerter und im Handling sehr robust. Sie nehmen keine Feuchtigkeit auf, bilden ein gut isolierendes Luftpolster.

 

Qualität und Verarbeitung

Hier sollten Sie genau hinschauen, hier gibt es große Unterschiede mit entsprechenden Auswirkungen. Zunächst sollte der Reißverschluss umlaufend und ein Zweiwegereißverschluss sein. Verdeckt eingenäht verhindert er eine Kältebrücke entlang der Bahn. Die Polsterung sollte so fixiert sein, dass sie weder verrutschen noch klumpen kann, auch Kältebrückenbildung sollte vermieden werden. Gute saubere Nähte, gut gesäubert, geben dem Sommerschlafsack eine lange Lebensdauer. Nicht jeder hat einen ruhigen Schlaf und bei jeder Bewegung werden Kräfte frei, die da zerren und ziehen.

 

Preis-/Leistungsverhältnis

Das Verhältnis zwischen Preis und Leistung ist dann ausgeglichen, wenn den Kosten des Produkts eine angemessene Leistung gegenübersteht. Bei Tests wird oft auf das Preis-Leistungsverhältnis hingewiesen und ein bestimmtes Produkt damit beworben.

 

Komforttemperatur (nach EN 13537)

Die Europäische Norm EN 13537 von 2002 ist seit 2005 für alle Tests von Schlafsäcken verbindlich. Zum ersten Mal ist es gelungen ein europaweites, einheitliches Testverfahren zu etablieren und dem Verbraucher Informationen an die Hand zu geben, die in ganz Europa nach einheitlichen Kriterien ermittelt werden. Seit 2005 müssen alle in Europa verkauften Schlafsäcke nach EN 13537 getestet sein, nur ein 100 % nach dieser Norm getesteter Schlafsack darf das CE Zeichen auf dem Produkt tragen.

Vor- und Nachteile

Daunen

Die Daune ist ein altbewährtes Füllmaterial für Bettzeug, Kissen und natürlich für Schlafsäcke. Als reines Naturprodukt ist sie relativ teuer und bedarf auch ständiger Pflege in Form von ausreichender Lüftung und Aufschüttelung.

 

Kunstfaser

Die Kunstfaser ist schier unverwüstlich. Als Füll- und Isoliermaterial ist sie die „Nr.1“, sie ist ein guter Wärmespeicher, nimmt keine Feuchtigkeit auf und lässt sich beim Verpacken, eng zusammendrücken ohne ihre Spannkraft zu verlieren, mag aber keine offene Flamme.

 

Nylongewebe

Vorteil der Nylonfaser, des Nylonfadens ist, dass er sehr strapazierfähig ist und in vielen Variationen und Oberflächen verwoben werden kann. Die Palette reicht von atmungsaktiv bis Wasser abweisend. Offenes Feuer oder Funkenflug sollte man meiden.

 

Futterstoff

Heute in aller Regel wegen seiner großen Strapazierfähigkeit auch aus Nylon gefertigt, selten als Mischgewebe mit Baumwolle verarbeitet. Der Verschleiß bei Baumwollfutter ist sehr hoch.

 

Zweiwegereißverschluss

Er erleichtert die Belüftung und den Ein- und Ausstieg in oder aus dem Schlafsack. Man kann das Fußteil öffnen, ohne den gesamten Schlafsack öffnen zu müssen.